Bewegungsmelder und Ihre Funktionsweisen

PIR-Bewegungsmelder

Am häufigsten verwendet wird der sogenannten PIR-Sensor. PIR steht für Passiv-Infrarot, diese reagieren auf Veränderungen der aktuellen Infrarot-Wärmestrahlung. Die Linse definiert hierbei den Erfassungsbereich, beispielsweise 180° bei Wandmeldern oder 360° bei Deckensensoren. PIR-Bewegungsmelder reagieren hauptsächlich auf Menschen und Tiere, da die beweglichen Objekte selbst Wärme reflektieren müssen, um eine Reaktion beim Gerät auslösen zu können. Bei neueren Modellen lässt sich oft mittels Unterkriechschutz die Reaktion auf Tiere abschalten. Dies ist besonders praktisch wenn beispielsweise die Katze ums Haus schleicht und nicht die gesamte Zufahrtsbeleuchtung gleich anspringen soll. Der PIR-Melder eignet sich sowohl für den Einsatz im Innenbereich, als auch für zahlreiche Außenanwendungen. Hierbei muss immer auf eine geeignete Schutzart geachtet werden. IP20 kann grundsätzlich nur in einem trockenen Innenbereich verwendet werden. IP44 Melder können in geschützten Außenbereichen eingesetzt werden. Bereich welche direktem Regen oder starker Feuchtigkeit ausgesetzt sind, dürfen ausschließlich Geräte mit einem Schutz von mindestens IP65 oder IP68 verwendet werden. Hier gibt es eine riesige Auswahl an unterschiedlichen Varianten und auch preisgünstige einfache Modelle. Machen Sie sich im Vorfeld immer Gedanken, was Ihr Bewegungsmelder genau leisten soll. Welchen Bereich muss er erfassen (Meter und Umkreis), wo wird er eingesetzt und wie soll er verbaut werden. Lösungen gibt es hier für jede Anforderung.

HF-Melder

Der Hochfrequenz-Melder (HF) arbeitet mit dem Prinzip der Radarmessung. Elektromagnetische Wellen mit einer Frequenz von 5,8GHz werden ausgesendet und sobald das Signal auf einen unbeweglichen Gegenstand trifft, bspw. einen Schrank, wird das Signal mit der selben Frequenz reflektiert. Tritt eine Änderung in seinem Umfeld ein, reagiert der HF-Sensor auf die Veränderung, eben die Bewegung. Da die elektromagnetischen Wellen durch Materialien wie Glas, Holz und Plastik durchdringen kann, wird diese Technologie zur verdeckten Montage verwendet. HF-Melder werden in Leuchten eingesetzt, hier sind sie praktisch unsichtbar, die Leuchten reagieren dann auf den Zutritt in einen Raum und schalten an. Umgekehrt, findet längere Zeit ( individuell einstellbar!) keine Änderung der Frequenz = Bewegung mehr statt, schaltet der Melder die Leuchte wieder aus. Eine Montage ist auch hinter Holzdecken möglich, wenn Sie den Bewegungsmelder nicht sichtbar montieren möchten. Meist lässt sich die Technik und Funktion dieses Melder auch nicht durch größere Temperaturschwankungen stören.

Präsenzmelder (Ultraschallmelder)

Der wesentliche Unterschied zwischen einem Präsenzmelder und einem Bewegungsmelder (PIR) liegen in der Reaktionsweise. Der handelsübliche PIR reagiert nur auf Bewegungen innerhalb eines eingestellten Radius und Reichweite. Der Präsenzmelder arbeitet mit einem Ultraschallverfahren. Somit erfasst dieser auch, wie der Name bereits sagt, Präsenz im Raum. Sie müssen hier nicht direkt in den Erfassungsbereich des Melders geraten, sondern müssen lediglich den Raum an sich betreten. Somit blockieren auch nebenstehende Möbelstück etc. nicht die Funktion. Präsenzmelder werden daher in den meisten Fällen nur im Innenbereich verwendet. Der Ultraschall muss von den abschließenden Wänden und Gegenständen reflektiert werden, um eine Grenze zu schaffen. Sie füllen den gesamten Raum aus und benötigt somit keinen Sichtkontakt mit der Person die den Raum betritt bzw. verlässt. 

Bewegungsmelder Einsatzgebiete

Im Innenbereich werden meist fest verbaute Unterputzmelder verbaut mit einem Erfassungswinkel zwischen 90° bis 360°. Aber auch mit einem Aufputzmelder lässt sich oft leicht nachträglich nachrüsten. Hier genügt meist eine Reichweite von 3-8m, je nach Räumlichkeiten und Zweck. Im Außenbereich werden oft schwenk- und drehbare Modelle verwendet, da diese ein hohes Maß an Flexibilität bieten. Eine Reichweite von 15m bis 30m empfiehlt sich bei Zufahrten, Wegen, usw. Hierbei dient der Bewegungsmelder durch das Einschalten der Beleuchtung gleichzeitig als Orientierungshilfe und als Melder für einen optischen Alarm, dass Zutritt auf Ihrem Grundstück erfolgt ist. 

Bewegungsmelder einstellen

Die meisten Melder verfügen über verschiedene Einstellungsmöglichkeiten. Sie können hier die Sensibilität einstellen, die Reichweite oder auch die Lux-Zahl ab der überhaupt reagiert werden soll. Reagiert der Bewegungsmelder bereits auf die kleinsten Bewegungen, so sollten Sie die Sensibilität herunterstellen. Die Reichweite hängt auch oft von der Montagehöhe des Beweungsmelders ab, sehen Sie hierzu in Ihrer jeweiligen Bedienungsanleitung nach. Einstellen lässt sich diese dann noch genauer über den Melder direkt. Viele reagieren in einem Bereich von 2-8m im Innenbereich oder 10-30m im Außenbereich. Das Licht soll ja auch nicht bei jedem vorbeigehenden Fußgänger anschalten, jedoch wenn jemand das Grundstück dann wirklich betritt. Hier ist oft ein wenig Herumprobieren notwendig. Die Einstellung der Lux-Zahl (Helligkeitswert) spielt hier auch eine Rolle. Das Licht soll nun nicht am helllichten Tag anschalten, wenn jemand den Grund, den Raum oder das Treppenhaus betritt. Dies regeln Sie über die Lux-Einstellung. Sagen Sie dem Bewegungsmelder genau, bspw. ab <300lx: bitte reagiere und schalte ein - bei >300lx: bitte schalte nicht ein. Dies hat einen zusätzlichen energiesparenden und ressourcenschonenden Faktor. Stellen Sie auch unbedingt die Zeit ein! Wie lange soll das Licht brennen, wenn der Bewegungsmelder keine Bewegung oder Präsenz mehr erkennt. Zu kurz eingestellte Melder schalten oft zu schnell ab, während Sie gerade mal eine Sekunde aus dessen Erfassungsbereich getreten sind. Sie benötigen aber noch ein wenig Zeit um den Raum mit Licht zu verlassen, dann stellen Sie die Zeit einfach länger ein.

Einige Melder lassen sich auch mittels Außenschalter umstellen, sogenannten 0-A-I Schaltern. Hier können Sie mit einem kleinen Schiebeschalter zwischen "Licht bleib aus", "Licht Automatik" und "Licht bleib an" manuell umstellen. Dies kann hilfreich sein, wenn in dunklen Bereichen längere Tätigkeiten vorgenommen werden und das Licht an bleiben soll. Sind Tiere zuhause und Sie am Arbeitsplatz, können Sie den Schalter kurzerhand auf Aus stellen. Für den täglichen Bedarf ist selbstverständliche die Automatik von Interesse, hier Arbeitet der Bewegungsmelder ganz normal. 

Den passenden Bewegungsmelder finden

Stellen Sie sich die folgenden Fragen:


  • Wo möchte ich den Melder verbauen? Innen oder Außen
  • Soll er starr sein oder benötige ich einen schwenk- und drehbaren Aufputzmelder?
  • Möchte ich den Bewegungsmelder in ein bestehendes Schalterprogramm Unteprutz integrieren? 
  • Soll das Gerät an der Wand oder an der Decke montiert werden?
  • Wie groß ist der Raum oder wie viel Reichweite benötige ich?
  • Stehen Objekte im Weg oder kann der Bewegungsmelder ungehindert reagieren?

Beispielsweise empfiehlt sich in Treppenhäusern grundsätzlich ein HF-Melder in den Leuchten oder ein Präsenzmelder. PIR-Melder reagieren nur bis zu einer bestimmten Höhe, Reichweite und in einem gewissen Radius. Tappen Sie nicht im Dunkeln. Wir helfen Ihnen gerne bei der Auswahl des richtigen Produkts.